Traumzauberbaum

Im Jahr 2015 fragte mich meine Freundin Siglinde Knestel, ob ich mit ihr zusammen einen abgestorbenen Birnbaum bearbeiten möchte . Sie wollte ihn mit Plastikdeckeln von PET Flaschen bunt verzieren und ich sollte den Ästen durch schnitzen besondere Formen verpassen. Unser Baumprojekt steht am Ortsrand von Heimhofen/Grünenbach und wir liessen uns unser Vorhaben von offizieller Seite - dem Bürgermeister und dem Besitzer und dem Pächter -  bestätigen.

Wir legten los  mit Schwung und viel Fantasie.  Nachdem der Birnbaum zurechtgestutzt und entrindet war starteten wir im Frühjahr 2016 -  mit Leitern und Werkzeug ausgestattet - mit unserer Verschönerung des Baumes. Damals ahnten wir noch nicht , dass wir 2 Jahre gut zu tun haben würden bis wir mit unserer Arbeit fertig und zufrieden sein würden . Die eine Hälfte der Äste verwandelte ich in Wellen,Spiralen , aneinander gesetzten Würfeln und Halbkugeln . Aus dem Stamm schaute mich eine Frau an , die ich herausarbeitete. Die andere Hälfte  benagelte meine Freundin mit bunten Deckeln . Sie formte Blumen ,Spiralen, Kringel und sonstige fantasievolle Muster , die schon von weitem ins Auge fielen , wenn man die Strasse bei Heimhofen entlangfuhr. Bald reichte unsere Leitern nicht mehr hoch genug  für die 6 Meter hohen Äste - ein Gerüst musste her! Glücklicherweise gab es dafür einen liebenswerten Sponsor und unsere Anstrengungen wurden in luftiger Höhe fortgesetzt. 

Unser Baum liegt zufällig an dem viel befahrenen Radweg vom Bodensee zum Königssee. Viele Radfahrer stoppten , um den Baum zu bewundern, zu fotografieren und zu kommentieren. Viele fragten uns nach dem Namen unseres kunstvoll gestalteten Baumes und besonders Kinder hatten eine rege Fantasie was der Baum ausdrücken möchte. Das brachte uns auf den Namen Traum-zauber-Baum. Er sieht aus wie ein verzauberter Baum und soll den Betrachter zum träumen anregen.

 Mit der Zeit wurde auch die Presse aus dem Westallgäu auf uns aufmerksam und es erschienen mehrere Artikel mit viel Lob. 

Nur in den Wintermonaten ruhten unsere Arbeiten ; ansonsten waren wir von April bis November fleissig . Unsere Baum-Verschönerungs-Aktion war allerdings viel anstrengender und zeitaufwändiger als wir dachten. 

Es entstanden viele Fotos aus den verschiedensten Blickwinkeln.

Im August 2017 legten wir ein letztes Mal Hand an und signierten den Traumzauberbaum.

FERTIG !!

Dann planten wir unsere Einweihung und verschickten Einladungen .

Mit der Genehmigung der Gemeinde Grünenbach stellten wir einen grossen -vor 2 Jahren abgebrochenen - Ast unseres Baumes auf mit einer Infotafel , welche die Gemeinde gespendet hatte.   Am 9.9.2017 war es dann soweit. Siglindes Schwestern übernahmen das Catering , wir stellten Tische und Stühle auf und beobachteten tagelang die Wettervorhersage mit grössten Bedenken! Wir freuten uns ,dass die Ebratshofener Alphornbläser kamen und uns den ganzen vormittag mit wunderschönen Klängen verwöhnten. Der Bürgermeister hielt eine charmante Rede und auch Siglinde und ich sagten ein paar Worte und bedankten uns bei unseren Sponsoren. Trotz der drohenden Regenwolken kamen viele Bekannte und Freunde und bis Mittag hielt das Wetter.  

Eine Woche später wurde unser Ast mit den Informationen aus der Erde gerissen und geklaut!! Ein 3 Meter langes Stück verschwand auf Nimmerwiedersehen und tauchte nicht  mehr auf trotz Strafanzeige und mehrmaliger Bekanntgabe in der Presse und sozialen Medien. Viele Leute in unserer Gegend , die uns kennen, beobachteten ihre Umgebung und es ist anzunehmen, dass der Ast hier nicht unbemerkt aufgestellt werden kann. Wir waren wütend und enttäuscht über so viel Unverschämtheit. 

10 Monate später entschlossen wir uns, einen passenden Ast aufs neue zu bearbeiten - ähnlich wie den gestohlenen - und im Frühsommer 2018 konnten wir ihn einbetonieren. Wiederum spendierte uns dankenswerterweise die Gemeinde die Infotafel. 

Bislang hat sich noch niemand daran vergriffen und wir hoffen , dass der Traumzauberbaum unberührt hoffentlich noch viele Menschen erfreuen wird.

Anbei ein Pressefoto aus ungewöhnlicher Perspektive

Winter 2019 mit sehr viel Schnee.